Geschichten aus dem Wandschrank #9

25. September 2019.

Wir leben in einer arglosen Welt, in der Corona nur der Name einer mexikanischen Biersorte, einer ziemlich guten Dortmunder Pizzeria und des Strahlenkranzes rund um den Mond bei einer totalen Sonnenfinsternis ist. Vor einem halben Jahr habe ich den Schritt in die berufliche Selbständigkeit gewagt und ein Gewerbe angemeldet, um Bands auf Tourneen vor ihren Auftritten Klangmassagen anbieten zu können. Ich stecke mitten in der Vorbereitungszeit; 2020 will ich loslegen, Kundschaft ins Boot holen und mit meiner Herzensangelegenheit anderen Menschen Gutes tun. Niemand ahnt zu diesem Zeitpunkt, dass die globale Livemusikbranche mit ihren rund 200.000 Arbeitsplätzen in etwa zwanzig Wochen zusammenbrechen wird. Aber davon soll hier nicht die Rede sein. Im Moment geht es nur darum, dass ich ungefähr zur Jahrtausendwende aufgehört habe, mich im großen Stil für zeitgenössische Musikschaffende zu interessieren. Da ich mir seit meinem 13. Lebensjahr so gut es eben ging (90er-Jahre, kein Internet, Kleinstadt, wir hatten das Thema bereits im letzten Beitrag) ein relativ solides und breites Musikwissen angeeignet hatte und folglich über ein erkleckliches Archiv an Bands und Songs verfügte, auf das ich oft und gerne zugriff, um den Umgang mit meinen seit jeher äußerst intensiven Emotionen handhaben zu können, fand ich wohl irgendwann, dass ich musikmäßig hätte, was ich brauchte, und verlor nach und nach das Interesse daran, mir neuerscheinende Musik anzuhören. Mein Musikgeschmack war – mit einigen wenigen Ausnahmen (Stichwort: Muff Potter) – im Jahr 1996 steckengeblieben und das wusste ich auch. Aber aus diesem Fundus zog ich mir alles, was ich brauchte, um überleben zu können ohne kaputtzugehen.
Nun, vierundzwanzig Jahre später, möchte ich mit den Menschen arbeiten, die jetzt gerade erfolgreich auf der Bühne stehen. Ich möchte sie kennenlernen, ihnen Wellnessbehandlungen anbieten, ihnen meine Zeit schenken und dafür einen finanziellen Ausgleich erhalten. Ich möchte, dass sie sich für meine Dienstleistungen und folglich auch für mich interessieren. Und damit das passiert, muss etwas anderes gegeben sein: Ich muss mich im Gegenzug auch für sie interessieren. Ansonsten kann ich wohl kaum erwarten, dass Klient*innen in meine mobile Praxis kommen. Warum sollten sie mich ernstnehmen, wenn sie das Gefühl haben, dass sie mir gleichgültig sind? Eben. Also habe ich es mir dieses Jahr zur Aufgabe gemacht, wieder ein wenig ins aktuelle Musikgeschehen einzusteigen und mich mehr darüber zu belesen, welche Bands es mittlerweile so gibt. Oder nicht mehr gibt. Oder nach 1996 nicht mehr gab und inzwischen doch wieder gibt.
Um das herauszufinden, knüpfe ich an alte Verhaltensweisen von anno dazumal an und kaufe mir irgendwo zwischen Saarlouis und Dortmund erstmals seit über zwanzig Jahren eine Ausgabe des Musikmagazins VISIONS.
David und ich kommen gerade direkt aus Frankreich, wo wir an den abgelegendsten Orten in angenehm träger Spätsommerwärme die letzten Tage verbracht hatten, nachdem wir einmal nach Südspanien runter- und bald wieder raufgefahren sind. Auf dem Weg hatten wir in einer südspanischen Felsenwüste die kleine Canela kennengelernt, die sich uns kurzerhand dankbar anschloss und uns auf unserem Weg zurück nach Deutschland begleitete. Ich hätte noch monatelang so weiterleben können. On the road. Spanien. Frankreich. Natur. Freiheit. Sonne. Spontane Entscheidungen darüber, wie es weitergeht. Jeden Tag ein neuer wunderschöner Wohnort, an dem wir mit unserem Wohnmobil über Nacht bleiben. Und mit mir die beiden Personen, die ich für immer so sehr in mein Herz geschlossen habe, David und Canela. Eine Lebensart, die mein Leben für mich erst lebenswert macht. Aber leider habe ich schon vor Monaten die Teilnahme an einem Existenzgründungsseminar am 27. September in Niedersachsen gebucht. Deshalb sind wir wieder hier, im kalten Deutschland, fest im Griff der Jahreszeiten, gerade erst reingeschneit sozusagen, über die deutsch-französische Grenze ins Saarland reingeschneit, und nun gestrandet in einem lächerlich kleinen Waldstück kurz vor Dortmund, wo wir das Wohnmobil in einiger Entfernung zur Bundesstraße geparkt haben, damit Canela tagsüber sicheren Freigang hat, denn wir werden die kommenden beiden Nächte hier stehenbleiben, weil David die Gelegenheit des Zwischenstopps nutzt und sich bei seinem Arbeitgeber in Dortmund blicken lässt, für den er im Home Office arbeitet. David ist heute schon früh mit seinem Kollegen/BFF/Arbeitsehefrau weggefahren, Canela stromert wie immer draußen herum, ich gehe vormittags ein wenig spazieren. Draußen ist Herbst, ich hingegen stecke jetlagmäßig noch in der südfranzösischen Mittagshitze von Yssandon, obendrein beginnt es hier langweilig zu werden. Die kackbraune Trumaheizung bullert, es riecht nach warmem Staub. Mein dreizehn Quadratmeter großes Zuhause ist mollig warm. Weil ich sonst nichts weiter zu tun habe, schlage ich mich wie einen Falafelwrap in die doppellagige Bettdecke ein, stopfe mir mein Kopfkissen unter den Hinterkopf und fange an, gewissenhaft die VISIONS von vorne nach hinten durchzulesen. Um mal ein bisschen mehr up to date zu sein, was Bands angeht. Um die ganzen neuen Bandnamen wenigstens mal gelesen zu haben. Stellenweise zieht es sich jedoch ziemlich hin, so seitenweise Artikel über Musikschaffende zu lesen, die ich überhaupt nicht kenne. Der Glanz, der mich in meinen Teenagerjahren verzauberte, ist verlorengegangen: Die Leute in dem Heft sind keine glorifizierten anbetungswürdigen Helden, so wie früher. Das sind alles nur irgendwelche Menschen, von denen ich noch nie gehört habe, die Musik machen. Leute, die mich keinen Pieps interessieren, über die ich aber lese und über das, was sie so von sich geben, was sie beschäftigt und welche Kunstwerke sie erschaffen haben und was diese ihnen bedeuten. Irgendwelche Leute mit irgendwelchen Musikinstrumenten. Ich erkenne schon nach wenigen Seiten Lektüre, dass das Showbiz mit all ihren schillernden Persönlichkeiten mich nie wieder so packen wird wie damals, als ich 14 war. Jetzt bin ich 37, und diese Zeiten sind schon lange Vergangenheit. Meine Motivation der Informationsbeschaffung hat sich gewandelt. Früher suchte ich nach jemandem, der mich versteht, und der mit Musik mein Herz trifft. Heute ist mein Anliegen rein geschäftlicher Natur. Oder anders gesagt: Früher ließ ich mich ausschließlich von meinen Gefühlen leiten und wurde auf diese Weise zu genau der Musik hingeführt, die ich benötigte. Heute informierte ich mich aus ausschließlich rationalen Gründen über die Branche, in der ich als Dienstleisterin zu arbeiten gedachte. Zwischenbilanz am Rande: Erwachsensein ist scheiße.
Wie dem auch sei. Ich bin zwar etwas gelangweilt von der Zeitschrift, blättere aber trotzdem tapfer weiter. Nichtsahnend. Ich blättere um zum nächsten Bericht. Und sehe ein Foto, das sofort meine ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ich denke den einen klaren Gedanken: Oh. Der junge Brian Molko.
Ich weiß natürlich, dass das nicht wirklich Brian Molko ist, das ist leicht zu erkennen und ich sehe das auch sofort, aber was mein spontaner Gedanke mir sagen wollte, ist dies: Alles wiederholt sich. Und scheinbar gibt es jetzt wieder einen Musiker, der mit seinem Erscheinungsbild in eine ähnliche Kerbe schlägt wie Brian Molko früher, der aber etliche Jahre jünger ist als dieser, und weil menschliche Gehirne sich gerne bekannte Situationen heranziehen, um sich neue, unbekannte zu erklären, fand mein Geist wohl spontan, dass die auf der Schwarz-weiß-Fotografie abgebildete Person dem jungen Brian Molko ähnelt.
So hübsch. Er sieht so hübsch und faszinierend aus mit seinen schwarzen Haaren und dem dunklen Lippenstift. Ich mag die Ausstrahlung. Mein Herz hüpft. Also sein Aussehen ist schonmal sehr anziehend für mich. Das reicht aber nicht, um einen Musiker als Musiker gutzufinden. Es müssen noch zwei weitere Parameter stimmen: Seine Persönlichkeit. Und natürlich seine Musik.
Ich lese sofort mit großem Interesse den Artikel unter der Fotografie. Es liest sich sehr sympathisch. Kreativ, schüchtern und intelligent. Braucht es mehr, um einen Menschen auf Anhieb zu mögen? Spätestens jetzt merke ich, dass gerade etwas verdammt Wichtiges in meinem Leben passiert. Ich falle für Ezra Furman.
Nun, da ich erfahren habe, dass a) Ezra existiert, b) sein Auftreten als auch c) seine Persönlichkeit mich auf direkt, innerhalb von Sekunden, auf unerklärliche Art und Weise fesseln, bleibt nur noch eines zu erledigen. Die Musik.
Wenn die Musik jetzt auch noch gut ist, dann … ist mein nächster Gedanke, und ich habe keinen blassen Schimmer, wie ich diesen Satz beenden soll. Ein bisschen Recherche hilft mir bei der Entscheidungsfindung: Ausnahmsweise vertraue ich dem Geschmack des Mainstreams und möchte das Album hören, das bis jetzt am erfolgreichsten war.
Ich will’s nicht verkacken, denke ich, das hier ist wichtig! Soll heißen: Wenn die Musik bei mir nicht auf Anhieb einen Nerv trifft, verliere ich sofort das Interesse an dieser Person. Und das will ich verdammt nochmal nicht! Ich weiß nicht, was da gerade mit mir passiert. Ich weiß nur, dass da jetzt gerade etwas mit mir passiert. Und es scheint enorm wichtig zu sein.
Ich entscheide mich für Perpetual Motion People, einfach weil es die höchste Chartplatzierung hatte – Platz 23 im Vereinigten Königreich im Jahr 2015.
Also kuschle ich mich noch weiter in die Bettdecke, ganz allein eingekapselt im Wohnmobil, mit aller Zeit der Welt, starte YouTube und höre das Album in einem Stück komplett durch.

Mind-blown. Ich bin komplett vom Hocker gerissen. Und gefallen. Gefallen für Ezra. Jetzt hat es mich vollständig erwischt. So etwas habe ich in dieser Form noch nie erlebt.
Ja, Ezras Musik trifft mich sofort ins Herz. Bohrt sich tief rein und bleibt da, macht irgendwas mit mir, noch bevor ich überhaupt auch nur einen Songtext gelesen habe. Wow. Ich bin absolut hin und weg.
Perpetual Motion People ist zuende, ich mache sofort das nächste Album an, Transangelic Exodus, und höre das auch komplett durch. Es gefällt mir etwas weniger gut als das vorige. Nicht schlecht, sondern gut, aber es hat nicht diesen intensiven Effekt auf mich. So als wenn man einen total lieben Menschen kennenlernt, den man zwar echt supernett findet, aber trotzdem keine Liebesbeziehung möchte. So geht es mir mit Transangelic Exodus. Perpetual Motion People hingegen wollte ich vom Fleck weg heiraten.
Doch vorerst schließe ich meine neuentdeckte Kostbarkeit sorgfältig und vor Blicken geschützt in mein Herz ein, damit es nicht zerbricht und in meiner Seele wachsen kann. Meine Entdeckung Ezra. Vorerst behalte ich sie für mich. Aber ich recherchiere schonmal ein bisschen weiter und sehe, dass Ezra in etwa sechs Wochen in Deutschland auftritt.
David erzähle ich ersteinmal nichts, und auch sonst niemandem. Die nächsten Tage vergehen; ich nehme an dem Existenzgründungsseminar teil und wir kommen am Sonntag erstmals nach vier Wochen Abwesenheit wieder auf unserem Hof an, wo wir leben, wenn wir nicht unterwegs sind. Es sind nur etwa drei oder vier Tage vergangen, bis sich in mir etwas bemerkbar macht und meine Aufmerksamkeit möchte: Ich vermisse Perpetual Motion People! Ich muss das Album noch einmal hören! Ich habe es schon seit Tagen nicht gehört!
Es ist also an einem Abend in unserem Wohnzimmer, als ich mit David schon fast im Halbschlaf auf dem Sofa liege und sage: „Ich hab da so’n Album gehört, mach das doch mal an …“ und wir es uns gemeinsam anhören, und David bekommt auch fast jeden Song mit, glaube ich, und ist bei One Day I Will Sin No More, dem letzten Track, eingeschlafen. Genug hat er davor aber gehört, um sich am nächsten Tag an einen Song zu erinnern. „Das mit dem wobbly“ möchte er morgens direkt nochmal hören. Ich hab’s geschafft. David ist ebenfalls angefixt. Die nächsten Tage, viele Tage in Folge, läuft Perpetual Motion People zu Hause und bei jeder Autofahrt in heavy rotation. Ich kann fast körperlich das Bedürfnis spüren, das Album hören zu müssen. So ist das bei mir immer mit Musik, die mir wichtig ist, und die zum richtigen, passenden Zeitpunkt gehört werden muss. Gleichzeitig beginne ich, Interviews von Ezra zu lesen. Ich erfahre, dass ihr bevorzugtes Pronomen „sie“ (she), aber „er“ (he) auch okay ist. Ich lerne viel über Queerness. Ich lese Begriffe, die ich noch nicht kannte, und recherchiere stundenlang dazu, damit ich sie kenne. Crossdresser. Genderfluid. Transgender. Es dämmert mir, dass es weitaus mehr als nur die zwei Geschlechter und Geschlechtsidentitäten gibt, die unsere Gesellschaft sehen will. Und ich lerne, dass das vollkommen in Ordnung ist. In Ordnung, gerechtfertigt, legitim und valide.
Die wichtigste Lektion, die mir Ezra jedoch beibringt, ist: Das, was ich über mich empfinde – um nicht zu sagen: das, was ich über mich weiß – ist richtig; unabhängig von äußerlichen Gegebenheiten und egal, ob es einer gängigen Norm einer uninformierten (das Wort liest sich wie „uniformierten“ und auch das würde an dieser Stelle genausogut passen), unreflektierten Gesellschaft entspricht. Die Wahrheit über mich kenne nur ich selbst, sie ist in meiner Seele beheimatet. Sie ist wahr. Sie ist richtig. Sie ist wirklich. Sie hat definitiv ihre Daseinsberechtigung.
Zu dieser Erkenntnis gelangte ich, so scheint es mir in der Retrospektive, jedoch unbewusst. Oder jedenfalls waberte da wochenlang etwas an der Oberfläche meines Bewusstseins und nahm mehr und mehr Platz in meinem Denken ein. Es nahm überhand. Es verlangte plötzlich eindeutig nach Aufarbeitung. Es schob sich in den Vordergrund. Es schrie mich verzweifelt an, dass ich es endlich ansehen, ihm Beachtung schenken solle. Und ich schaute hin. Und dieses diffus wabernde Etwas von kurz ober oder unter meiner Bewusstseinsebene sagte zu mir: „Du wusstest schon immer, dass du extrem unglücklich damit bist, mit einem weiblichen Körper geboren worden zu sein. Gesteh dir das endlich ein! Und kümmere dich darum! Hör auf das zu verdrängen! Das, was du fühlst, ist ernstzunehmen; also hör auf, das als wertlos oder albern abzutun! Es gibt die Möglichkeit, dass du mit dir selbst im Reinen bist und glücklich wirst! Also tu etwas dafür! Jetzt!“
Und ich tat etwas dafür und der Weg zu mir selbst begann.

Als ich Ezra im November das erste Mal live sah, in Berlin, stand ich in der ersten Reihe. Ganz vorne, Mitte, direkt am Bühnenrand. Zum ersten Mal hatte ich mich getraut, mein Placebo-Shirt mit dem Frontaufdruck „Nancy Boy“ in der Öffentlichkeit anzuziehen. Als das Konzert begann und Ezra direkt vor mir stand, war ich hin und weg. In meinem Leben war ich weiß Gott schon auf unzähligen Konzerten gewesen, aber dieses war mir das wichtigste. Ich weiß noch, dass ich zwischendurch dachte: Wenn ich genau jetzt sterbe, dann ist das völlig in Ordnung, denn jetzt gerade bin ich der glücklichste Mensch auf der Welt.
Ich weiß noch, dass ich wenige Tage später in Hamburg bei meinem zweiten Konzert von Ezra – wieder ganz vorne, erste Reihe, Mitte, Bühnenrand – genau so glücklich war. Dankbar und glücklich. Ezra hat in mir etwas bewirkt, das mich zu mir selbst geführt hat.
Meine Findungsphase und mein Heilungsprozess waren zu diesem Zeitpunkt noch voll im Gange. Ich fing gerade erst an zu begreifen, wer ich war, wie ich mich sehe, was andere in mir gesehen oder nicht gesehen hatten, welche Auswirkungen das alles hatte, was alles da dranhing und wie massiv es mein Leben beeinflusst hat, dass meine Geschlechtsidentität noch nie mit meinen körperlichen Geschlechtsmerkmalen übereingestimmt hat. Ich fing auch an zu begreifen, dass es befreiend sein wird, sich nach außen hin so zu geben, dass es stimmt. Mir wurde ebenfalls langsam klar, dass es ungemein empowernd sein wird, wenn ich zu mir selbst stehe und selbstbewusst (mir meiner selbst bewusst!!) klar und deutlich vermittle, was für ein Mensch ich bin. Unabhängig davon, was irgendwelche Leute in mir zu sehen glauben. Ich verstand langsam, dass ich es sein lassen sollte, dann meinerseits die Mutmaßungen und Anmaßungen anderer Leute als allgemeingültige Fakten anzunehmen, obwohl ich bei mir denke, dass ich das alles eigentlich ganz anders sehe. Es geht darum, dass ich mich als gleichwertigen Menschen sehe. Es geht darum, selbstbestimmt zu sein. Es geht darum, mir selbst immer treu zu sein. Es geht darum, dass ich genauso das Recht habe, zu meiner Geschlechtsidentität zu stehen und mich dieser entsprechend in unverfälschter Art und Weise zu geben wie es eben auch all die Millionen und Milliarden Frauen und Männer da draußen tun.
Es geht auch um Heilung. Um Verzeihen. Um Verstehen. Um Erklären. Um Aufklärung, Respekt, Toleranz, Akzeptanz, Zusammenhalt, Unterstützung. Sichtbarkeit. Primär geht es mir jedoch darum, glücklich sein zu können. Ich bin dir für immer dankbar, Ezra.

I’ve been feeling wobbly lately

I’ve been feeling wobbly, so wobbly

Feeling like they lost me, can’t find me

And they’re always one step behind me

But they’ll never catch me, won’t have me

Cos no one can grab me, even me

Cos I’ve been feeling wobbly, real wobbly

Too wobbly

Genders my friends,

I’ve just been changing genders fluidly

Plus they’ll never pin me down in the pages

Like a bug or bumblebee

Never classify me, don’t try

The soul is always rising, uprising

And I’m feeling wobbly so wobbly

I’ve been feeling wobbly oh

Oh but sometimes,

Sometimes I wobble down

Into a deep dark hole

At the bottom of the ocean floor

They all, they all just seem so fixed

Everything seems so straight

But I don’t wanna stay down here I wanna be free

Wobbly so wobbly

I’ve been feeling wobbly real wobbly

I’m just glad they left me alone,

Because now I can find the truth of me

And if you think you love me take warning,

Don’t get too attached to just one me

Because I’ve been feeling wobbly so wobbly

I’ve been feeling wobbly

Ezra Furman, „Wobbly“

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