Neues Kunstprojekt: Braune Autobahnschilder // A 38

Heute möchte ich dir mein nächstes Kunstprojekt vorstellen. Es ist eng verwoben mit den braunen Schildern, die in ganz Deutschland an den Autobahnen stehen.

Als gerne, lange, viel und weit autofahrende Person habe ich in den letzten Jahren sicherlich schon Hunderte dieser Schilder wahrgenommen — gemeint sind die Hinweise auf regionale Sehenswürdigkeiten in fröhlichem Weiß auf Braun, welche allenthalben, mal öfter, mal seltener, den Straßenrand einer jeden Autobahn in diesem Land in beide Richtungen säumen. Die genannten Ausflugsziele dürfen nur maximal zehn Kilometer Luftlinie von der Autobahn entfernt sein. Die Richtlinien zur Aufstellung eines solchen Schildes sind ziemlich streng, dennoch dürfen auch private Institutionen die Nennung auf den braunen Schildern beantragen (und bezahlen) und damit elegant das Werbeverbot an Autobahnen umschiffen, indem sie sich kurzerhand zum Kulturgut erklären. (Quelle: ADAC)

Offiziell heißen die Schilder übrigens „touristische Unterichtungstafeln“ und sind in Deutschland seit 1988 als Werkzeug zur Tourismusförderung in Gebrauch. Die Schilder sollen Autofahrende auf spontane oder in Zukunft geplante Ausflugsziele aufmerksam machen.

Bei mir waren sie mit dieser Strategie definitiv erfolgreich! Am liebsten würde ich nämlich (fast) allen dieser stilisierten Hinweise folgen und mir alles live und in Farbe ansehen anstatt nur in vorbeirauschendem Braun-Weiß. Ein paar Mal habe ich das auch schon getan: Spontan von der Autobahn runter und hingeheizt.

Ergänzende Medien für mehr Infos

Eine oberflächliche Recherche meinerseits förderte gerade zutage, dass es inzwischen einen Guide in Printform gibt, der mehr Informationen zu den braunen Schildern liefert. Er heißt „Sehenswürdigkeiten entlang der Autobahn: Touristische Hinweisschilder – wofür sich ein Abstecher lohnt“. Ich selbst besitze das Büchlein nicht und kann somit nichts weiter dazu sagen.

Außerdem existiert mittlerweile auch eine App mit dem Namen „Erlebnisguide“. Die sabbelt wohl immer los, sobald eins mit dem Auto an einer Unterrichtungstafel vorbeifährt, und gibt weitere Infos dazu, allerdings nur in Baden-Württemberg. Ob das so cool ist, wage ich irgendwie zu bezweifeln. Für eine dezidierte Meinung müsste ich sie aber erstmal ausprobieren.

Update: Es gibt eine ganze Buchreihe zu den Schildern, siehe mein Nachtrag vom 24.08.20 unter „Nachträge“!

Besuche im Schilderwald

Für mein neues Kunstprojekt habe ich mir vorgenommen, zunächst alle Ziele der Unterrichtungstafeln entlang der Autobahn A 38 zu besuchen. Und hier auf diesem Blog über diese Ausflüge zu schreiben, natürlich mit reichtlich Fotos. Lohnt sich das Ausflugsziel? Hält das Schild, was es verspricht? Was erwartet die Besuchenden dort? Wie viele braune Schilder gibt es an dieser Autobahn eigentlich und worauf verweisen sie? Letzteres kann ich dir dank Wikipedia sofort beantworten:

Unterrichtungstafeln an der A 38

In dieser Liste werde ich nach und nach alle Beiträge verlinken, die im Rahmen dieses Projekts von mir veröffentlicht werden.

Gleich geht’s los!

Auf manche Ziele freue ich mich echt schon total (ein antikes Sonnenobservatorium!), bei einigen bin ich sogar schon gewesen (Friedland), auf manche könnte ich eigentlich ganz gut verzichten (Campingplatz …) und bei manchen bin ziemlich skeptisch (Bären“park“ mit Tieren in Gefangenschaft), aber alles in allem verspricht es — denke ich — ein recht lehrreiches, abwechslungsreiches und lustiges Kunstprojekt zu werden. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, was mich erwartet. Und ob ich es als Scannerpersönlichkeit überhaupt schaffe, mein Interesse an diesem Projekt so lange aufrecht zu erhalten, dass ich alle Ziele besuchen werde.

Übrigens werden die oben aufgelisteten Unterrichtungstafeln auf gar keinen Fall nach Reihenfolge abgefrühstückt, sondern wild durcheinander. Halt so, wie ich Bock drauf habe. Der Einfachheit halber fange ich mit den Sehenswürdigkeiten an, die sich in unmittelbarer Nähe meiner Homebase befinden — und die liegt genau zwischen Lutherstadt Eisleben und der Rosenstadt Sangerhausen. Ein ganz guter Ausgangspunkt also.

Ob meine Beiträge wöchentlich donnerstags erscheinen, wie in den vergangenen Monaten auch, oder nur alle zwei Wochen, entscheide ich noch. Falls du Facebook nutzt, kannst du meine Facebookseite abonnieren und bekommst dann dort automatisch eine Benachrichtigung, sobald ich hier etwas Neues veröffentlicht habe. Oder du abonnierst diesen Blog mit anderen Blog-Abo-Tools wie z.B. Feedly. Oder was auch immer. Du packst das schon.

Los geht’s im kommenden Beitrag mit dem Europa-Rosarium Sangerhausen, der größten Rosensammlung der Welt. Ich wünsche dir viel Spaß dabei, mit mir gemeinsam die A 38 rauf- und runterzufahren und dabei all die großen und kleinen Ausflugsziele dieser Region zu entdecken!

Nachträge

Nachtrag vom 02.08.2020: Als ich vor einigen Tagen nach längerer Zeit wieder die A 38 entlangfuhr, bemerkte ich noch drei weitere Schilder, die bei Wikipedia nicht aufgeführt sind. Ich habe sie in obenstehender Liste ergänzt. Eines davon ist der Hinweis auf einen Freizeitpark, den ich aus ethischen Gründen nicht besuchen werde, weil dort als sogenannter „Zoo“ Tiere in Gefangenschaft gehalten werden.

Nachtrag vom 04.08.2020: Nach einigem Nachdenken und ehrlichem In-mich-Hineinfühlen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich den Bärenpark Worbis aus ethischen Gründen ebenfalls nicht besuchen möchte. Der Park wird zwar als Tierschutzmaßnahme betitelt, aber dennoch widerstrebt es mir ungemein, das Gefangenhalten und Zurschaustellen von Personen mitzufinanzieren.

Nachtrag vom 06.08.2020: Während der Fahrt zum Bergbau-Technik-Park habe ich heute drei weitere braune Schilder (Gewandhaus, Mendelssohn-Haus, Belantis) an der A 38 entdeckt und in der obigen Liste ergänzt. Momentan habe ich das Gefühl, dass die To-see-Liste immer länger statt kürzer wird.

Nachtrag vom 24.08.2020: Eben bin ich auf die Buchreihe eines Verlags gestoßen, der die selbe Idee hatte wie ich: „Entdeckungsreise Autobahn“ beschreibt in mehreren Bänden mehr oder weniger alle Ausflugsziele, die auf touristischen Unterrichtungstafeln in Deutschland dargestellt werden.

Nachtrag vom 29.09.2020: Nachdem wir nun schon etliche Male aufmerksamen Auges auf der A 38 unterwegs waren, ist uns aufgefallen, dass die Schilder der Burg Querfurt abmontiert wurden. Ich streiche sie daher ersteinmal aus dieser Liste.

Nachtrag vom 08.10.2020: Interessant. Die touristischen Unterrichtungstafeln sind sogar wissenschaftlicher Forschungsgegenstand geworden. Der Professor Sven Groß hat sich eingehend mit den braunen Autobahnschildern beschäftigt und das Werk „Touristische Beschilderung an deutschen Autobahnen: Touristische Unterrichtungstafeln: Wahrnehmung, Effekte, Entscheidungsverhalten“ publiziert.

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