Sadhana Forest Auroville, Part II — Packliste und Vorfreude

Mein Abreisetermin rückt näher. In einer Woche um diese Zeit warte ich am Frankfurter Flughafen schon ungeduldig darauf, das Flugzeug Richtung Indien besteigen zu dürfen. Inzwischen ist auch mein Reisegepäck startklar und die Packliste vollständig.

Die letzten Tage beherrschte mein Reisegepäck fast durchgängig meine kreisenden Gedanken und mein stetig ratterndes Hirn. Auf einmal gibt es soviel zu tun! Ich habe Angst, etwas zu vergessen! Habe ich auch wirklich an alles gedacht? Bin ich für alle Eventualitäten ausgerüstet? Werde ich mich in Indien zurechtfinden?

Eigentlich — jetzt im Nachhinein, wo ich eine vollständige Packliste vor mir liegen und den ganzen Kram zusammengesammelt habe — ist das ja alles gar nicht so wild. Das Einzige, das mir Panik macht, bin ich selber. Schon in der allerersten Mail, die ich vom Sadhana-Forest-Team bekam, war detailliert aufgeführt, was ich am besten mitbringen sollte. Die zwei, drei Rückfragen, die ich dann noch dazu hatte, wurden mir sehr zeitnah und freundlich beantwortet. Anscheinend ist es an der Tagesordnung, dass dort unsichere Freaks nochmal wegen irgendetwas nachhaken und alles richtig machen wollen.

Zusätzlich zu den Empfehlungen, was ich mitzubringen hätte, und den meinen eigenen Gedanken entspringenden Notwendigkeiten durchforstete ich zusätzlich noch das Internet auf der Suche nach Tipps dazu, den langen Flug so erträglich wie möglich zu machen, und recherchierte zudem, wie ich mich am besten vor Mücken (Malaria!) schützen kann. In Sachen „vegane Reiseapotheke“ wurde ich bei der Veltenbummlerin Linda fündig — DANKE!! Die Quintessenz dieser mehrströmigen Informationsflut findet sich nun in Form der folgenden Packliste wieder.

Ich packe meinen Rucksack, und ich nehme meeeeht …

  • Moskitonetz in Kastenform + Schnur zum Aufhängen (Haken sind vor Ort vorhanden)
  • Geld
  • batterielose Dynamo-Taschenlampe
  • stabile Trinkflasche  (von b’twin)
  • Bettlaken (Kissen- und Deckenbezug sind unnötig)
  • Mooncup
  • Zahlenschloss
  • Gartenhandschuhe
  • Schlafsack
  • Kleidung
  • Kopftücher
  • Alverde Sensitiv Sonnencreme Jojoba LSF 30 (vegan!)
  • Mückenspray „Anti-Brumm Naturel“ (Testsieger und so) + eins von dm (wahrscheinlich leider unvegan)
  • Reiseapotheke (Merck Kohlecompretten gegen Durchfall, Japanisches Heilpflanzenöl gegen Schmerzen, Nelkenöl gegen Zahnschmerzen, Pflaster, Asthmaspray)
  • Seifenblättchen zum Händewaschen unterwegs
  • Nagelschere + Nagelklipser
  • Isomatte
  • Personalausweis + Reisepass
  • Vitamin B12 (Methylcobalamin!)
  • Schreiber
  • Laptop + Kabel
  • Digicam + Kabel
  • Handy + Kabel
  • SD-Karten
  • 2. Digicam-Akku
  • Flugtickets
  • Fernbustickets
  • Auslandskrankenversicherungsgedöns der BKK advita
  • Mailadressen von Freunden + Familie
  • (Stoff-)Taschentücher
  • Rasierer
  • Badesachen
  • Handtuch
  • Kamm
  • Zahnbürste
  • Kernseife
  • Bücher
  • Englischwörterbuch (just in case …)
  • Häkelnadel
  • dicke Kuschelsocken für den Flug
  • Verpflegung für den Flug
  • Kopfhörer zum Musikhören
  • Headset zum Skypen
  • Stromadapter für Schukostecker F –> D + M (ich entschied mich für den Reiseadapter Schutzkontakt/ Südafrika Brennenstuhl 1508460)

Einige Anmerkungen zu den einzelnen Punkten

Zum Punkt „Geld“: Man darf in Indien die indische Währung Rupien (IRS) weder ein- noch ausführen. Geld muss also vor Ort beschafft werden. Args! Davor graust es mich ja etwas; ich wäre nämlich gerne perfekt vorbereitet. Aber so muss ich darauf hoffen, dass ich am Chennai Airport möglichst zügig an Kohle rankomme, denn ich habe per Mail einen Taxifahrer bestellt, der mit Sadhana Forest zusammenarbeitet und der mich am Terminal abholt — mit Namensschild, das für mich hochgehalten wird, jawohl! Die Kontaktmöglichkeit zu ihm wurde mir ebenfalls in der sehr informativen ersten eMail von den Sadhana-Forest-Leuten genannt, sonst wäre ich ja nie darauf gekommen, 160 Kilometer mit einem Taxi zurückzulegen. Dazu muss ich aber auch sagen, dass die dreistündige Fahrt vom Flughafen zum Sadhana Forest nur 2.400 Rupien kostet, das sind umgerechnet ca. 32 Euro … Ferner soll ich bei Ankunft in Auroville den Verpflegungskostenbeitrag für meinen Aufenthalt abliefern, das sind 12.200 IRS für einen Monat, für mich also 24.400 IRS (= 333,00 EUR) für zwei Monate insgesamt. Ich werde berichten, wie ich in diesem fremden, fernen Land dann schließlich zu Geld kam! Nach dem Trip werde ich wahrscheinlich vollends penniless sein, da für Flug, Visum, Fahrten nach und von Frankfurt sowie die Einkäufe das ganze Erbe meines lieben Großvaters, welches ich seit Jahren gehortet habe, verbraucht sein wird. Mein allerliebster Opa, ich danke Dir dafür, dass Du mir diese großartige Reise ermöglichst und ich mir damit einen langjährigen Herzenswunsch erfüllen kann! Ich habe Dich lieb, wo oder wer auch immer Du nun sein magst!

Zum Punkt „Laptop“: Noch nie im Leben habe ich einen richtigen Laptop besessen und es war für mich immer klar, dass ich niemals zu den Laptopeigentümern gehören werde. Und dann stelle ich neulich zufällig fest, dass David jetzt einen Laptop übrig hat, da er sich gerade einen neuen geleistet hat, und frage ihn, ob ich den alten nicht für den Indientrip leihen könnte … und bekomme ihn kurzerhand geschenkt! Jetzt muss ich mich erstmal an meine neue Identität als Laptopeigentümer gewöhnen und vor allem mich in dem Teil häuslich einrichten. Erste Maßnahme: Den Writer von LibreOffice auf den Desktop packen! Zweite Maßnahme: Musik! Dann noch Mailkonten, Skype … Inzwischen habe ich alles so, wie ich es haben will, und mein „Sidekick“ (so taufte ich ihn) und ich können gemeinsam in die Welt hinausziehen und über sie schreiben. Wenn das WLAN mitspielt, kann ich in Indien also hoffentlich fleißig bloggen.

Zum Punkt „Verpflegung“: Ein bisschen Futter für den langen Flug packe ich mir ein. Tollerweise bietet Emirates Airlines aber auch ein veganes Menü namens „Vegetarisches Menü (VGML)“ an, das aber spätestens 24 Stunden vor Abflug vorbestellt werden muss. Auf der Webseite heißt es:

Dieses Menü kann auch als vegan bezeichnet werden. Es enthält keinerlei tierische Produkte oder Nebenprodukte wie Eier oder Milchprodukte.

Es kann die folgenden Zutaten enthalten: alle Gemüsesorten und frisches Obst.

NICHT enthalten sind Fleisch, Fisch und tierische Produkte oder Nebenprodukte.

Jippieh!!! Der Beschreibung nach gehe ich davon aus, dass das „Rohkostmenü (RVML)“, die „Obstplatte (FPML)“ sowie das „Vegetarische Jain Menü (VJML)“ ebenfalls rein vegan sind, aber nagelt mich nicht drauf fest. Hier wäre nachfragen sicherlich angebracht, falls sich das mal jemand auf einem Emirates-Flug bestellen möchte. Ich für meinen Teil werde zusehen, das ich das VGML direkt nach meinem Online-CheckIn ordere. Bin gespannt. Bislang wusste ich nur von Lufthansa, dass sie was Veganes für Langstreckenflüge anbieten. Aber nun seh ich gerade, dass inzwischen anscheinend mehr Fluggesellschaften zeitgemäß handeln und veganes Essen anbieten. Interessant und natürlich sehr zu befürworten!

Was ist noch zu tun?

Ich stelle mich seit gestern Nacht mental darauf ein, die indischen Hocktoiletten weltgewandt und versiert zu benutzen, und wandte eine nicht unerhebliche Menge Zeit dafür auf, mich über den fachmännischen Umgang derselben exzessiv zu belesen. Zum Glück gibt es YouTube, sodass ich jetzt eine bessere Vorstellung davon habe, was mich erwartet.

Nun bleibt noch das Nähen: Meine Lieblingsschlaghose, die ich mitnehmen möchte, und eines meiner langärmligen Oberteile müssen noch ausgebessert werden. Sollte aber relativ schnell gemacht sein.

Und ich glaube, das war’s. Nach diesem vierwöchigen Express-Orga-Marathon habe ich anscheinend wirklich alles hinbekommen, um nächsten Montag gut vorbereitet loszufliegen. Visum beantragt, Busfahrten, Flüge, Taxifahrt gebucht, fehlende Sachen eingekauft, Papierkram zusammengesucht, mich über die indische Kultur belesen, Videos und Webseiten und Fotos vom Sadhana Forest angeschaut, zu Krankheiten und Impfungen recherchiert … Nun bleibt nur noch eines, nämlich endlich mal zu realisieren, dass ich nur noch eine einzige Woche hier in Dortmund bin und dann so richtig wirklich echt nach INDIEN fliege! … und meinen Fels, meine ausgeglichene bessere Hälfte David, für volle zwei Monate nicht um mich haben werde. Das zu glauben fällt mir noch schwer, aber wir genießen die letzten gemeinsamen Tage miteinander und versuchen im Hier und Jetzt zu leben und eine schöne Zeit zu haben.

In diesem Sinne: Namaste!

 

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